• Dienstag, Januar 22nd, 2008
Baum im Winterkleid Bessere Fotos durch das Umarmen von Bäumen. Hier könnt Ihr lesen wie das Umarmen von Bäumen mein fotografisches Sehen (hören,fühlen,schmecken,riechen) erweitert hat. Was passiert eigentlich, wenn man der Natur so nah kommt ? Wie kann das die fotografische Sicht ändern ? Mehr dazu in diesem Artikel. 

Wie kommt man auf die Idee einen Baum zu umarmen ? Alles fing mitten im Nirgendwo im Krüger Nationalpark in Südafrika an. Ich war mit einer Gruppe in der Umgebung des Wolhuter Hiking Trails unterwegs. Die Nacht war früh zu Ende und die Kälte steckte uns allen noch in den Knochen. Irgendwie kamen wir auf die Diskussion wie weit sich die Menschen von der Natur entfernt haben. Die Diskussion verfolgte uns auch noch eine Weile nachdem wir schon den Landrover verlassen hatten und uns zu Fuß auf unsere Wanderung gemacht hatten. 

Johann, unser Guide, erzählte uns von einem Mann der jeden Morgen einen Baum umarmte um den Kontakt zur Natur nicht zu verlieren. Er fragte uns, wann wir das letzte mal einen Baum umarmt hatten und die meisten konnten sich nicht einmal daran erinnern, es jemals getan zu haben. Da in dem abgelegenen Teil des Parks weit und breit keine Menschenseele sein konnte, verloren wir unsere Hemmungen ziemlich schnell. Wenn man sich unbeobachtet fühlte, dann wurden heimlich Bäume umarmt. Entgegen unserer Annahme rannten diese auch nicht aus Scham davon.

Auch ich konnte mich nicht zurück halten. Ich musste auch einen Baum umarmen. Irgend etwas musste da ja dran sein. Die Sonne war mittlerweile über den Rand der Savanne geklettert und ich nahm meinen ganzen Mut zusammen. Ich sah mich um ob mich auch niemand beobachtete und schnappte mir den nächsten Baum. 

Als ich den Baum umarmte merkte ich das der Baum auf der sonnenabgewandten Seite eiskalt war und auf der anderen schon sehr warm. Dieser Unterschied war mir nicht klar. Die Kraft der Sonne und die Kälte der Nacht in der afrikanischen Savanne. Die Gegensätze generell kamen mir in den Kopf. Die Temperaturunterschiede waren nur der Anfang. Auch die große Artenvielfalt und der Tod, die in der Savanne in einer engen Beziehung stehen. Hier entstand ein Nährboden für fotografische Ideen, der meine Bilder um einiges verbessern konnte.

Muss man nun unbedingt einen Baum umarmen um bessere Bilder zu machen ? Nein. Aber wenn man sich der Umgebung mit mehr als nur dem Sehsinn öffnet, wird es sich lohnen. Riecht es nach Frühling ? Fühlt man den Tau auf den Gräsern ? Welche Geräuschkulisse hört man ? 

Wie bekommt man diese Information in seine Bilder ? Hier ist Kreativität gefragt. Aber das sind neue Themen für den Blog.

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