• Montag, März 03rd, 2008

Viele Landschaftsaufnahmen haben eine Konstante. Ist sie schief, dann wirkt das Bild sehr komisch. In der Mitte ist sie angeblich Langweilig. Die Rede ist vom Horizont. Aber wieso macht man so ein Aufsehen um den Horizont ?

Der Horizont

Schnee und Gewitterwolken

Ist man draussen an der frischen Luft, dann ist der Horizont eigentlich immer in unserem Blickwinkel. Er ist Teil unserer Wahrnehmung.
Ist er schief, dann haben wir das Gefühl das hier etwas schief geht. Noch stärker wird dieser Eindruck, wenn es sich um einen Wasserhorizont handelt,
wie z.B. am Meer, oder an einem großen See. Man hat dann ständig das Gefühl, als müsste das Wasser aus dem Bild herauslaufen. Wenn man den Horizont mit einem sehr weitwinkeligen Objektiv aufnimmt, dann bekommt er eine Kurve, die einem das Gefühl gibt, das Wasser müsse auf beiden Seiten aus dem Bild laufen.
Wenn man mit dem Stativ unterwegs ist, dann ist eine Ausrichtung des Horizontes ein leichtes. Wenn ich allerdings mit dem Kajak unterwegs war, dann gehört die Korrektur des Horizontes in Lightroom zum Standart.
Etwas ganz anderes ist es, wenn man den Horizont mit Absicht extrem schief einbaut, dann kann man ihn als Blickführungslinie nutzen und so ein sehr dynamisches Bild generieren.

Nach oben damit

Spuren zum Horizont Baum im toten Flussbett

Wie wirkt ein Horizont, der im oberen Bereich des Bildes angesetzt wird ? Da man bei so einer Perspektive viel Land auf dem Bild hat,
wie z.B. in dem Wüstenbild oben (das ohne Baum), wirkt der Horizont sehr weit weg. Das Land nimmt über 3/4 des Bildes ein. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Land und der Himmel ist weniger Interessant. Diesen Eindruck kann man noch steigern, indem man das Bildformat vertikal wählt und ein möglichst weitwinkeliges Objektiv nutzt. In dem Bild mit dem abgestorbenen Baum wurde der Baum in den oberen Bereich komponiert, so ist der rissige Boden eine “lange Durststrecke” zum toten, vertrockneten Baum in der harten Namib Wüste.
Man kann natürlich auch den Horizont einfach nach oben nehmen, weil der Himmel langweilig ist, oder man eine zu große Lichtdynamik verhindern möchte.

Nach unten damit

Die Kajaker und die Freiheit

Wenn man den Horizont nach unten nimmt, dann gibt man dem Himmel das Sagen. Und was sagt so ein Himmel ? Je nach Wetterstimmung kann ein Himmel bedrohlich oder fröhlich wirken. Ein nahendes Gewitter kann Unheil verkünden und ein Sonnenstrahl, der durch die Wolken leuchtet, Hoffnung. Ein strahlender, blauer Himmel kann Freude und Freiheit symbolisieren. Das Land wird weniger wichtig, eventuell wird es lediglich zu Lokalkolorit oder einer Silhouette.

Ab durch die Mitte

Blaue Stunde auf afrikanisch

Angeblich wirkt ein Horizont in der Mitte langweilig, aber keine Regel ohne Ausnahme. Häufig haben Panorama – Fotos einen mittleren Horizont, da die Kamera exakt nach einer kleinen Wasserwaage ausgerichtet wird und damit exakt horizontal steht, dass ist keine kompositorischer Grund, aber eine schlichte Tatsache.
Ein kompositorischer Grund den Horizont in die Mitte des Bildes zu nehmen ist, wenn man dem Himmel und dem Land eine Gewichtung gleicher Größe geben möchte. Der Klassiker dabei ist der auf der Oberfläche eines Sees gespiegelte Berg. Hier sind beide Teile des Bildes in der Regel gleichwichtig.

Was denkt Ihr darüber ? Ich freue mich schon auf eure Kommentare.

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One Response

  1. [...] Wasserhorizonte handelt. Wie und wo man den Horizont ausrichtet habe ich schon einmal in folgendem Artikel [...]

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