• Dienstag, März 11th, 2008

HDR Bilder kommen immer mehr in Mode. In letzter Zeit kann man kaum eine Fotozeitschrift aufschlagen ohne das man einen Artikel über HDR – Fotografie öffnet.
Ich dachte mir es ist mal Zeit das selbst zu versuchen.

Was ist ein HDR(I) – Foto ?

Streng genommen spricht man von einem HDR – oder HDRI – Bild, wenn in einem Bild ein Kontrastumfang von mehr als 10000:1 herrscht. Bilder bis zu einem Kontrast von 10000:1 bezeichnet man als LDRI. Die Abkürzungen stehen für Low Dynamic Range Image und High Dynamic Range Image. Das eigentliche HDRI ist in der Regel in 32 Bit. Im Vergleich zu den Standart 16 Bit oder sogar für das Web nur 8 Bit Dateien. Ein 32 Bit HDRI Bild ist leider auf unseren heutigen Monitoren und Druckern nicht nutzbar. Mein Monitor hat z.B. einen Kontrastumfang von 5000:1. Das heisst ein Bild mit einem Kontrastumfang von mehr als 10000:1 ist darauf nicht darstellbar. Ein HDRI ist also immer nur eine Übergangslösung um ein möglichst ansprechendes LDRI zu generieren.

Was bringt uns ein HDRI – Bild ?

Man kann mit HDRI Bilder machen, die mit normalen Fototechniken kaum bis nicht möglich sind. Wenn man z.B. einen Sonnenuntergang fotografiert und die Sonne mit im Bild platziert, dann belichtet man im Normalfall die Sonne richtig. Der Rest versackt in einem tiefen Schwarz. Um nun Licht in das Dunkel zu bekommen kann ich die HDRI Technik verwenden.

Die fotografische Arbeit

Bild 1 HDRI - Artikel: Sonnenuntergang in der Wüste Namib Bild 3 HDRI - Artikel: Sonnenuntergang in der Wüste Namib Bild 2 HDRI - Artikel: Sonnenuntergang in der Wüste Namib

Während des Fotografierens müssen nun mehrere Belichtungen gemacht werden. Wie viele Bilder man macht hängt davon ab, wie hoch der Kontrastumfang des Motivs ist. Man kann sich hierbei das Histogramm der Digitalkamera zu nutze machen. Ich stelle an meiner Kamera den Weißabgleich von Hand ein und das Programm auf Manuell. Nun stelle ich meine Blende ein und drehe die Belichtungszeit runter bis der Berg des Histogramms nicht mehr die rechte Seite berührt. Das ist meine Ausgangsbelichtung. Das Bild ist nun hoffnungslos unterbelichtet, aber wir haben in den Lichtern unter Garantie noch Informationen.

Jetzt beginnt die eigentliche Aufnahme. Ich mache ein Bild und gehe zwei Belichtungsstufen höher, mache dann wieder eine Bild. Diese Prozedur zieht sich bis das Histogramm die linke Seite nicht mehr berührt. Das letzte Bild ist hoffnungslos überbelichtet hat aber noch Informationen in den Tiefen des Bildes. Die Aufnahmen sollten natürlich von einem Stativ und am besten mit Fernauslöser und Spiegelvorauslösung gemacht werden, um das Verwacklungsrisiko möglichst gering zu halten. Es ist kein muss, aber um einen möglichst großen Kontrastumfang pro Bild zu haben, nutze ich das Raw Format.

Ab mit den Bildern in den PC

Nun müssen die Bilder am PC oder Mac zu einem HDRI zusammengesetzt werden. Das erledigt für uns eine HDR – Software. Ich nutze
Photomatix Pro. Eine Testversion des Tools kann man sich hier herunter laden. Photomatix gibt es sowohl für Macintosh als auch Windows.

Bilder laden Dialog - Photomatix HDR Erzeugen - Einstellungen in Photomatix

Ich öffne jetzt das Programm und gehe in das Menü HDR auf HDR erzeugen. Hier kann ich unter Bilder laden meine Bilder eingeben. Zum Vorführen nutze ich hier drei Bilder meines Sonnenuntergangs in der Namib Wüste. Nun kann ich dem Programm einige Informationen mitgeben. Sind die Bilder vom Stativ gemacht, kann ich den Haken bei “Ausgangsbilder ausrichten” entfernen die restlichen Optionen können so bleiben wie sie sind. Photomatix nutzt wenn vorhanden die Exif – Information in den Bildern um sich einen Überblick über die Belichtung zu machen. Sollten keine Exif – Informationen vorhanden sein, dann fragt Photomatix nach den Blendenstufen.

Photomatix HDRI in der Vorschau

Nun erscheint ein wirklich unschönes Bild. Dies ist unser HDRI. Dieses Bild sieht unter und überbelichtet aus, aber dies ist nur unser Monitor, der nicht in der Lage ist diesen Kontrastumfang darzustellen. Wenn wir aber mit dem Mauszeiger über das Große Fenster gehen, dann können wir in dem kleinen eine emulierte Darstellung des HDRI sehen. Hier werden auf einmal Details sichtbar, die wir in dem großen Fenster nicht sehen können.

Das Tonemapping eines HDRI in Photomatix

Um nun aus dem HDRI ein nutzbares Bild zu machen müssen wir ein so genanntes Tonemapping anwenden. Dieses erreichen wir über das Menü HDR -> Tonemapping. das Fenster, welches sich jetzt öffnet zeigt schon ein ganz anderes Bild. Mit den Slidern auf der linken Seite kann man nun die Feinabstimmung vornehmen. Die genaue Bedeutung jedes einzelnen kann man der Programmdokumentation entnehmen. Nach dieser Bearbeitung sollte man das Bild noch einmal in Photoshop oder einem anderen Programm bearbeiten um dort Kontrast und Sättigung vorzunehmen.

Hier kommt das Endergebnis

HDRI Aufnahme eines Sonnenuntergangs in der Wüste Namib

Wie immer freue ich mich über eure Kommentare.

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2 Responses

  1. [...] Platz 1: Das Monster HDRI – Panorama Platz 2: Bilder vergrößern Platz 3: Gegenlicht Platz 4: Pferdefotografie – Die Fellfarbe Platz 5: Licht ins Dunkel mit HDR Fotografie [...]

  2. [...] Links zu dem Thema: Licht ins Dunkel Gegenlicht Diffuses oder gerichtetes Licht Blaues Licht macht Glücklich Die Richtung des Lichtes [...]

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