• Mittwoch, März 19th, 2008

Panorama am Gods window in Südafrika

Panoramas sind groß, breit und beeindruckend. Doch ein Panorama ist nicht unbedingt einfach aufzunehmen. Durch das Zusammensetzen von mehreren Aufnahmen wird die Komposition erschwert, und man muss im Voraus schon eine Vorstellung des zusammengesetzten Bildes haben. Hier gehe ich mal auf die Grundlagen ein.

Die Wege zum Panorama

Ein Panorama kann man auf verschiedene Weisen aufnehmen. Natürlich gibt es die klassische Variante der analogen Panoramakamera, auf die ich hier allerdings nicht eingehen mag. Eine Panoramakamera in einer digitalen Variante werden sich nur die wenigsten von uns leisten können hier ist man schnell in Preiskategorien jenseits der 25.000 Euro. Man kann allerdings mit jeder beliebigen digitalen Kamera und einer Panorama Software (Stitcher) ein professionelles Panorama erstellen. Die Nachteile einer solchen Methode sehe ich vor allen Dingen darin, dass man so nur sehr schwer bewegliche Objekte festhalten kann. Z.B. ein Strandpanorama mit einer Größe von 180° kann sehr schwer zu erstellen sein, da man ständig bewegte Wellen im Motiv hat.

Was braucht man für ein Panorama ?

Wichtig sind natürlich Kamera und Stativ. Ich habe auch einen speziellen Panoramakopf. Der Panoramakopf generiert, richtig genutzt, das vom Schnitt her perfekte Panorama. Dadurch hat es die Software sehr einfach die Einzelbilder zu verbinden. Wenn man ein Panorama ohne Panoramakopf oder sogar aus der Hand schiesst, dann kann man sich sehr viel Arbeit beim Zusammensetzen der Bilder einfangen. Aber dennoch funktioniert es. Ich nutze weiterhin einen Fernauslöser und habe eine kleine Wasserwaage am Stativ und an der Kamera.

Wann greife ich zum Panorama

Ich nutze Panoramas meistens zur Landschaftsfotografie. Wenn ich merke das meine Augen eine Landschafts mehrmals von links nach rechts abfahren, oder ich das Gefühl habe das diese Landschaft grandios ist. Um eine grandiose Landschaft einzufangen suche ich mir in der Regel auch noch einen Bezugspunkt. D.h. ich suche nach einem Objekt im Bild, das eine Relation zur Größe der Landschaft aufzubauen hilft. Das ist natürlich keine feste Regel, aber eine gute Hilfe, wann es sich lohnt ein Panorama zu erstellen.

Panorama – Stativkopf

Ein Panorama – Stativkopf erleichtert das Erstellen eines Panoramas. Durch seine Einstellmöglichkeiten arbeitet man präziser und schneller als mit einem herkömmlichen Stativkopf. Ich nutze den Panorama – Stativkopf von Manfrotto. Ihr könnt die Daten zu diesem Stativkopf hier finden. Panorama – Stativköpfe berücksichtigen den Nodalpunkt und arbeiten somit präziser als Standart Stativköpfe. Allerdings muss man den Nodalpunkt für jede genutzte Brennweite erst ermitteln. Infos zum Nodalpunkt und dessen Ermittlung findet ihr hier.

Der Aufbau

Wenn ich den Ort der Begierde gefunden habe, dann baue ich erst einmal das Stativ auf. Dabei achte ich darauf das das Stativ waagrecht steht. Dies ist wichtig, da ansonsten das Bild nachher schräg wird und nach dem Beschneiden nicht mehr viel übrig bleiben würde. Ich montiere die Kamera vertikal auf das Stativ und richte sie anhand einer Libelle (kleine Wasserwaage im Blitzschuh) ebenfalls horizontal und vertikal aus. An der Kamera habe ich einen Fernauslöser montiert. Nun kann die eigentlich Fotoarbeit beginnen.

Die Aufnahme

Bild 1: Panorama The three Rondells in Südafrika Bild 2: Panorama The three Rondells in Südafrika Bild 3: Panorama The three Rondells in Südafrika Bild 4: Panorama The three Rondells in Südafrika Bild 5: Panorama The three Rondells in Südafrika Bild 6: Panorama The three Rondells in Südafrika Bild 7: Panorama The three Rondells in Südafrika

Panorama “The three Rondells”

Ich drehe die Kamera an die hellste Stelle im Bild und messe die Belichtung mit der Matrix – Messung, stelle Zeitautomatik ein und gebe die Blende vor. Ich fotografiere eine Probebild. Eventuell führe ich ein paar Belichtungskorrekturen durch und merke mir meine Belichtungseinstellungen. Nun schalte ich die Kamera in den manuellen Modus und übertrage die eben herausgefunden Belichtungseinstellungen. Den Weißabgleich stelle ich ebenfalls manuell ein. Auch wenn es kein Muss ist schalte ich meine Kamera auf Spiegelvorauslösung um ein Maximum an Schärfe zu bekommen. Nun fotografiere ich den Bildausschnitt von links nach rechts. Dabei fange ich mindestens ein Bild weiter links an als ich den Bildausschnitt fotografieren möchte um nachher beim Beschneiden flexibler zu sein. Die Bilder an sich sollten sich an der Kante ungefähr 30% überschneiden. Bei 30% hat die Panorama – Software die bestmögliche Voraussetzung das Bild zusammenzusetzen. Sowohl mehr Überschneidung als auch weniger können zu Problemen führen. Auch auf der rechten Seite schiesse ich über das Ziel hinaus und mache ein Foto mehr als nötig.

Fallstricke bei der Panoramafotografie

Zu hoher Kontrast kann zu einem Problem führen. Man könnte zwar ein HDRI erstellen, aber die Panorama – Software kann an stark unterbelichteten oder stark überbelichteten Stellen nicht genügend Fixierpunkte finden um das Bild zusammenzusetzen. Hier muss man eventuell nach der Aufnahme manuelle Arbeit investieren, oder einen anderen Aufnahmezeitpunkt wählen.

Polarizer sind bei Panorama – Aufnahmen nicht zu empfehlen. Der Wirkungsgrad eine Polarizers ist abhängig von der Fotografier – Richtung zur Sonne. Das heißt bei einem Panorama von z.B. 180° wirkt der Polarizer unterschiedlich stark auf die einzelnen Bilder und man bekommt dadurch einen unnatürlich wirkenden Himmel. Wenn ich den Himmel entsprechend hervorheben möchte, dann nutze ich eine Polarisierungs – Software nach dem Zusammensetzen des Bildes.

Das Objektiv sollte nicht zu weitwinkelig gewählt sein. Eine Panorama – Software wie PTGui kann zwar die Verzeichnungen korrigieren, dabei entsteht allerdings immer ein, wenn auch geringer, Qualitätsverlust.

Das Panorama zusammensetzen

Man kann ein Panorama manuell zusammensetzen und viele Profis machen das wirklich. Allerdings ist das eine sehr mühsame und zeitaufwendige Prozedur. Schneller und einfacher geht es mit einer Panorama – Software, dem Stitcher. Ich nutze das Programm PTGui. Das kommerzielle Programm erfordert eine Lizenzierung ist aber jeden Cent wert. Informationen zu dem Programm gibt es hier. Eine kostenlose Alternative bietet Hugin. Das Programm findet ihr hier. Meiner Meinung nach muss man mit Hugin allerdings öfter manuell eingreifen als mit PTGui. Beide Programme laufen sowohl auf Macintosh als auch Windows.

Anzeige der in PTGui geladenen Bilddateien

Ich wandele meine RAW – Bilder mittels Lightroom in TIF Dateien um. Hierbei ist es wichtig für alle Bilder die gleichen Einstellungen zu verwenden um ein gleichmässiges Panorama erzeugen zu können. Die Dateien sollten immernoch ihre EXIF – Daten enthalten, da die Panorama – Software diese nutzt, um Objektiv – Verzeichnungen zu korrigieren. Mit einem Klick auf “Load images” kann man die Bilder in PTGui laden. Wenn man die EXIF – Informationen nicht mehr in der Bilddateien hat, dann kann man jetzt noch die Brennweite und den Kamera – Crop – Faktor angeben.

PTGui - Panorama Editor

Um die Bilder nun aneinander auszurichten klickt man auf “Align images”. Die Bilder werden nun bearbeitet. Danach öffnet sich der Panorama – Editor. Hier kann man die Bilder als Gesamtheit ausrichten. Man kann hier auch festlegen ob man ein Zylinder,Kugel oder flaches Panorama erstellen möchte. In meinem Fall handelt es sich fast ausschliesslich immer um Zylinderpanoramen.

Controlpoints - Anzeige in PTGui

Kann nun PTGui die Bilder einmal nicht zusammensetzen, dann muss man selber Controlpoints setzen. Controlpoints sind Punkte die ein Bild mit dem nächsten Bild verbinden, indem sie auf exakt die Selbe stelle im nächsten Bild zeigen. Je besser die Einzelbilder aufgenommen worden sind, desto weniger muss man hier manuell eingreifen. Sollte es einige Verzeichnungen durch Verwackeln oder Versatz der Bilder geben kann man PTGui dazu anweisen, diese zu korrigieren zu versuchen. Dies geschieht mit einem Klick auf Optimize.

PTGui - Create Panorama

Beim generieren des Panoramas muss nur noch der Dateiname, das Dateiformat und die Ausgabegröße angegeben werden. Hierbei sollte man beachten, dass bei einer sehr großen Ausgabe die Bearbeitungszeit sehr lange dauern kann.

Hier kommen noch einige Beispiele:

Panorama - Cathedral Peak

Panorama eines kleinen Sees im Krüger - Nationalpark

So gehe ich vor, wenn ich ein Panorama erstelle. Wenn ihr einen anderen Weg geht, oder ich auf bestimmte Details genauer eingehen soll, dann schreibt mir das doch in die Kommentare.

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