• Freitag, November 21st, 2008

Highkey Pferdeauge

Wer einmal versucht hat mit der Spotmessung seiner Kamera ein Bild “richtig” zu belichten der wird vielleicht mal versucht haben ein mittleres Grau zu finden um die Belichtung daran messen zu können. Eine Helligkeit von genau 18% zu treffen ist allerdings nicht so einfach.

Was genau ist mittleres Grau ?

Der Belichtungsmesser einer Kamera ist im Normalfall so geeicht das die Kamera davon ausgeht das eine durchschnittliche Helligkeit von 18% in einem Bild herrscht.
Die 18% bezieht sich auf die Menge des zurückgestrahlten Lichts das von einer Oberfläche reflektiert wird. Wenn also Weiß 100% und Schwarz 0% Licht reflektiert, dann reflektiert dieser mittlere Grauwert genau 18% des Lichtes.
Wenn jetzt das Licht vom Motiv in die Kamera einfällt, dann geht die Kamera davon aus das sie genug Licht aufgenommen hat, wenn es im Durchschnitt der Lichtreflexion eines mittleren Grau entspricht. Dann wird der Shutter geschlossen.
Was passiert also, wenn man in der automatischen Belichtung einfach ein komplett schwarzes Motiv fotografiert, oder etwa ein komplett weisses Motiv ? Beide Bilder sind grau. Und zwar exakt in einem Grau das 18% Licht reflektiert.
Spot- und Mittenbetonte – Messung sollten auf jeden Fall wie oben beschrieben reagieren. Bei der Matrix-/Mehrfeld – Messung braut jeder Kamerahersteller ein bisschen sein eigenes Süppchen. Da weiss man nie genau was dabei rauskommt.

Was nun machen, wenn bei einem Bild die Matrix- oder Mittenbetonte- Messung fehlschlägt ? Aus Erfahrung den richtigen Wert nehmen ist immer gut, aber manchmal ist man sich da auch uneinig. Hier ein paar Wege die ich dann gehen würde:

  • Ich habe genug Zeit: Testbild machen und auf dem Monitor das Histogramm checken. Entsprechend mit der Belichtungkompensation entgegenwirken.
  • Zeitkritisch aber ich habe eine Referenz: Wenn ich den ganzen Tag an einem Motiv gearbeitet habe und weiss wo ich an dem Motiv einen mittleren Helligkeitswert finde, dann schalte ich in die Spotmessung und fixiere den Punkt.
  • Zeitkritisch und ich habe einen weißen oder schwarzen Punkt im Bild: Ich gehe auf Spotmessung fixiere den schwarzen oder weissen Punkt und kompensiere die Belichtung entsprechend. Die Kompensierung habe ich entsprechend im Kopf. Ich habe das einfach mal für weiss und schwarz zu Hause getested. Bei Weiß muss ich bei meiner Nikon +2.3 kompensieren und bei Schwarz -2.7.
  • Zeitkritisch und keine Ahnung: Aus der Erfahrung schöpfen und mal machen. Im totalen Zweifelsfall Matrixmessung und Belichtung bei der Raw – Entwicklung entgegenwirken. Bei der Aufnahme aufpassen keine Highlights “auszufressen” zu lassen.

Ich arbeite eigentlich immer nur im RAW – Format und ein Grund dafür ist unter anderem die mögliche Flexibilität bei der nachträglichen Belichtungskorrektur. Wenn man gewohnt ist im Tiff oder Jpeg Format zu arbeiten sollte man bei Zweifeln in der Belichtung auf jeden Fall auf RAW zurück greifen.

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
Leave a Reply