• Mittwoch, April 29th, 2009

Pferdeauge

Um den Schärfebereich beurteilen zu können hat es mir geholfen ein wenig in die Theorie zu investieren. Vielleicht hilft es euch ja auch …

Der Schärfebereich

Der Schärfebereich ist der Bereich eines Bildes der absolut Scharf dargestellt wird. Er ist abhängig von der Blende, der Brennweite und dem Punkt auf den ich scharf stelle.
Anhand der Angaben zur Blende, Brennweite und Schärfepunkt kann man ausrechnen wie nah und wie weit der Schärfebereich geht. Die Breite des scharf fokusierten Bereiches nennt man die Schärfentiefe.

Schwarzweiss - Bäume im See
Die Blende f / 22 sorgte bei dieser Schwarzweiss – Aufnahme
für genug Schärfentiefe. De Nebel lässt trotzdem den Wald im
Hintergrund verschwimmen.

Die Schärfentiefe ist in vielen Kompositionen der entscheidende Faktor ob ein Bild gelingt oder nicht und spielt deshalb eine wichtige Rolle. Das Hauptmotiv soll dabei entsprechend Scharf abgebildet werden. Um dies zu überprüfen kann man die Abblendtaste an der Kamera nutzen. Während wir durch den Sucher der Kamera schauen ist die Blende immer weit offen um uns ein möglichst klares und lichtstarkes Bild unseres Motivs zeigen zu können. Mit so einer offenen Blende kann man allerdings nicht die Schärfentiefe abschätzen. Wenn man nun die Abblendtaste drückt, dann schliesst sich die Blende auf den eingestellten Blendenwert. Jetzt kann man die Schärfentiefe beurteilen, dafür wird natürlich das Bild im Sucher dunkler.

Bei manchen Kompositionen möchte man einen möglichst großen Bereich scharf stellen. Hierzu wählt man die entsprechende Blende aus (meistens die kleinste) z.B. f/22. Nun stellt man auf die so genannte Hyperfokal Entfernung Scharf.

Um bei einer bestimmten Blende und einer bestimmten Brennweite einen möglichst großen Bereich Scharfstellen zu können muss man auf die Hyperfokal – Entfernung scharf stellen. Für diese Entfernung gibt es eine Formel.

Die Hyperfokale Entfernung

Die Hyperfokal – Entfernung bekommt ihr über einen simple Formel:

H = ( (f*f) / (b * c)) + f

H – Hyperfokal Entfernung in mm
f – Brennweite in mm
b – Blende
c – Circle of confusion in mm (Vollformat sensor 0.03 mm / DX Sensor 0.02 mm)

Als Beispiel:

Bei einer Brennweite von 24 mm und einer Blende von f/22 an meiner Nikon D300 (DX – Sensor), sieht die Formel wie folgt aus:

H = ((24*24) / (22*0.02)) + 24
H = (576 / 0.44) + 24
H = 1333.09 mm
H = 1.34 m

Wenn ich also auf eine Entfernung von 1.34 m scharf stelle, dann habe ich den größtmöglichen Schärfebereich.

2 Bäume
Um beide Bäume scharf zu bekommen musste ich bei einer Brennweite von 110 mm
auf f / 22 abblenden.

Wie nah geht mein Schärfebereich ?

Um zu ermitteln wie nah mein Schärfebereich geht gibt es diese Formel:

DN = ( (d * (H – f)) / ( (H + d) – (2 * f))

Die Variablen sind die selben wie oben außer das „d“. „d“ ist die Focusierentfernung. In unserem Fall ist d und H gleich.
Das heißt:

DN = ( (1333 * (1333 – 24)) / ( (1333 + 1333) – (2 * 24) )
DN = ( 1744897 / 2618 )
DN = 666.5 mm
DN = 0.67 m

Unser Schärfebereich beginnt also in einer Entfernung von 0.67 m.

Wie weit geht mein Schärfebereich ?

Für die Weite des Schärfebereiches gibt es folgende Formel:

DF = (d * (H – f) / H – d)

DF = ( (1333 * (1333 – 24) ) / (1333 – 1333) )
DF = ( 1744897 / 0 )

Arrrgghhh
Geteilt durch 0 geht nicht. D.h. für unser Beispiel ist der Schärfe – Endbereich in Unendlich.

Graugänse im Flug
Durch eine große Blende von f / 4.0 konnte ich den Hintergrund verschwimmen lassen und die
Graugänse erscheinen noch scharf.

Wenn wir also bei einer Blende von 22 und einer Brennweite von 24 mm auf eine Entfernung von 1.34 m scharf stellen, dann
geht der Schärfebereich von 0.65 m bis unendlich. Das ist der größte Schärfebereich den wir mit dem Objektiv bei Blende 22 an der
DX Sensor Kamera erreichen können.

Heißt das, dass man nun mit einem Taschenrechner durch die Gegend laufen muss ? Nein. Manche Objektive haben entsprechende Skalen
auf der Oberseite anhand denen man das ganz einfach einstellen kann. Außerdem gibt es auch Drehscheiben an denen man nur die entsprechenden
Werte einstellt und bekommt automatisch die Hyperfokal Entfernung angezeigt. Für bestimmte Handys gibt es auch entsprechende Calculatoren. Aber im Endeffekt geht es ja nicht um eine genaue Berechnung, sondern das Verhalten seines Equipments zu lernen und dies entsprechend einsetzen zu können.

Online gibt es so einen Calculator schon: http://www.dofmaster.com/dofjs.html

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