• Freitag, August 14th, 2009

Sonnenuntergang am Obermooser Teich

Der Grauverlauf ist der von mir am meisten genutzte Filter. In der Landschaftsfotografie ist er die Grundlage für ein korrekt belichteten Himmel. Wie ich ihn nutze erfahrt ihr hier …

Der Grauverlaufs – Filter

Der Hauptnutzen eines Grauverlauf – Filters ist der Ausgleich von zu hohen Kontrasten. Eine Standardsituation ist z.B. den Himmel abzudunkeln, damit der Vordergrund nicht in den Tiefen versinkt. Aber auch eine verschneite Landschaft kann man mit dem Filter ausgleichen und entsprechend im Kontrast herabsetzen.

Die Filter gibt es in verschiedenen Stärken und werden in der Regel als ND – Verlaufsfilter 0.6 benannt. Dabei steht ND für „Neutral Density“ (also Farblos) und die 0.6 steht für die Stärke. Eine Stärke von 0.6 bedeutet, dass der eine Bereich des Filters um 2 Blenden abgedunkelt wird. Gängige Stärken sind 0.6 und 0.9. Dabei entspricht ein Wert von 0.3 einer Blende Abdunkelung.

Normalerweise sind die Filter in der Mitte mit einem starken Übergang versehen, es gibt allerdings auch Filter mit einem zwei stufigen Übergang oder mit einem weichen Übergang.

In der Praxis

Wie ich in der Praxis den Filter nutze möchte ich euch an einem Beispiel zeigen. Im Bild unten habe ich eine Aufnahme gemacht bei der ich das Gras im Vordergrund, für die Belichtung, angemessen habe. Durch den hohen Kontrastumfang ist der Himmel eigentlich nicht mehr existent.

Fehlender Grauverlauf
Der Himmel der Aufnahme ist eigentlich nicht vorhanden. Der
hohe Kontrastumfang hat ihn „gefressen“.

Jetzt habe ich den einen 0.6 ND Verlauf – Filter genutzt um den Himmel wieder sichtbar zu machen. Das Ergebnis seht ihr unten.

Obermooser Teich mit Verlaufsfilter
Mit einem ND 0.6 Filter habe ich den Himmel abgedunkelt.
Dadurch konnte die Kamera den Kontrastumfang bewältigen und
die Zeichnung kam zurück.

Das Bild ist jetzt durchaus korrekt belichtet, allerdings konnte ich mit dem Filter nicht die wahre Dramatik und die echten Farben des Sonnenuntergangs ablichten.
Um das zu erreichen habe ich einen zweiten ND 0.9 Verlaufs – Filter in den Filterhalter geschoben. Der ND 0.9 habe ich mit dem Übergang an den Horizont geschoben und den ND 0.6 etwas darunter um einen zweistufigen Filter zu simulieren. dadurch konnte ich einiges mehr an Dramatik in das Bild legen. Das Endbild, dass ihr unten seht wurde auch in der Whitebalance – Einstellung noch etwas aufgewärmt. Das Versetzen der beiden Filter bewirkte, dass die kräftigen Farben nicht nur im Himmel zu sehen sind, sondern auch auf dem Wasser.

Sonnenuntergang am Obermooser Teich
Zwei versetzte Verlaufsfilter waren nötig um dem Himmel die Dramatik zu geben.

Der Grauverlauf – Filter ist für mich in der Landschaftsfotografie eigentlich unersetzbar. Man kann zwar mit der HDRI Technik arbeiten, aber spätestens, wenn bewegte Elemente im Bild sind ist diese Technik suboptimal. Wellen oder sich im Wind wiegendes Gras sind dabei nicht, oder nur mit viel Nachbearbeitung abzulichten. Ich habe meinen Grauverlaufs – Filter eigentlich immer in der Tasche.

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8 Responses

  1. Hey Andy, super Artikel!

  2. Hallo,

    ich habe gerade mit grossem Interesse diesen Artikel gelesen. Er ist sehr informativ und gut verständlich geschrieben, kompliment. Da ich auf Mallorca lebe und fast nur Landschaft fotografiere möchte ich mir einen Grauverlaufsfilter zulegen. Ich habe eine Pentax K20D…..welchen Filter oder welches System würdest Du mir hierfür empfehlen?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Lieben Gruss

    Sabine

  3. Hallo Sabine,

    es ist egal was für ein Kamerasystem du hast. Der Filter wird vorne auf das Objektiv geschraubt. Du musst darauf achten was
    für einen Durchmesser dein Objektiv hat. Das steht vorne auf dem Objektiv. Meistens zwischen 58 und 77 mm.
    Ich nutze ein Lee – Filtersystem. Dabei habe ich einen Filterhalter in den der Verlaufsfilter eingesteckt wird. Man kann den Filter nun in der Höhe verstellen und drehen.
    Das ist flexibler als einen Filter zu nehmen der direkt auf das Objektiv geschraubt wird. Nebenbei hat es den Effekt das du den Filterhalter mit Adaptern an verschiedene
    Objektivdurchmesser anschrauben kannst. Bevor ich das Lee Filter System genutzt habe, hatte ich ein Cokin Filter System (ich hänge dir unten ein paar Links an).
    Die Lee Filter sind professioneller aber auch um einiges teurer. Hier muss man schauen was man ausgeben möchte.

    http://www.cokin.fr/
    http://www.leefilters.com/

    Schau dir die zwei Hersteller mal an. Wenn du fragen hast, bin ich jederzeit über die Kommentare zu erreichen.
    Um dir noch weitere Tipps zu geben müsste ich deine Objektive kenne (Brennweite und Durchmesser).

    Gerade wenn du auf Mallorca wohnst, dann bieten sich auch noch Graufilter an (ohne Verlauf) um schöne Aufnahmen von der Küste zu machen. Mit schön verschwommenem Wasser.

    Ich hoffe ich konnte dir helfen.

    Gruss, Andy

  4. Danke für den Hinweis! Super.

  5. Mir war so, als ob ND 0.6 eine Verringerung um 2 Blendenstufen, und ND 0.9 eine Verringerung um drei Blendenstufen bedeutet…

    Guckst du hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Neutral_density_filter#ND_filter_types

  6. “Eine Stärke von 0.6 bedeutet, dass der eine Bereich des Filters um 0.6 Blenden abgedunkelt wird. ”

    Da ist Dir ein Fehler unterlaufen: Jeder Schritt von 0.3 bedeutet 1 EV, also eine Blendenstufe Abdunklung.

  7. So ist es natürlich. Ihr habt vollkommen recht. Ich sollte mehr als einmal korrektur lesen.

    Vielen Dank.

  8. Hallo Andy

    Habe gerade deinen Beitrag vom 15.11.09 i.S. Lee Filtersysteme gelesen. Ich bin ein “Digi-Anfänger” und interessiere mich ebenfalls für diese Grauverlaufsfilter. Ich weiss jedoch nicht, was ich genau an “Material” brauche, damit das System für den Einsatz “komplett und funktionstüchtig” ist. Filter, Filter-Halter, Adapter? Noch mehr? Habe 5 Objektive (58mm/62mm/67mm/77mm Durchmesser). Kannst du mir helfen?

    Vielen Dank
    Roger

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