• Freitag, Oktober 09th, 2009

Fineart - Fotografie - Obermooser Teich

Zwei Faktoren bestimmen die Zeit die man bei der Bildbearbeitung vor dem Computer sitzt. Einmal ist es die Zeit die ich pro bearbeiteten Bild benötige natürlich mal – der Anzahl der Bilder.

Der digitale Workflow: Die Last mit der Bilderflut

Wenn man über eine digitale Fotoausrüstung verfügt, dann kostet der Klick auf den Auslöser nichts. Munter wandert ein Bild nach dem anderen – zur „Flatrate“ – auf den Speicherchip. Aber das ganze hat einen Haken. Man verschwendet Zeit und Speicherplatz auf und an dem heimischen PC.

Wer gerne am PC arbeitet der kann eventuell damit Leben, aber in der Regel ist Zeit gleich Geld oder Zeitmangel gleich Stress. Um die Verarbeitungszeit zu optimieren ist die Anzahl der Bilder ein ganz entscheidender Faktor. Je früher im Workflow ich mich von einem Bild trenne desto mehr Zeit spare ich. Die Anzahl der Bilder hängt allerdings ganz entscheidend von dem Was und Wofür ab.
Wenn ich z.B. Fineart – Landschaftsfotograf bin, dann komme ich mit sehr wenigen Bildern aus. Die Qualität in der Bearbeitung ist hier die größere Komponente. Wenn ich ein Archiv – Fotograf bin, der möglichst viele verschiedene Bilder aus Europas Tierleben sammelt, und nur Bilder bearbeitet, die von Agenturen angefragt werden, dann ist meine Bilderanzahl wesentlich größer.

Egal zu welcher Sparte von Fotograf ich gehöre, es gibt keinen Grund technisch schlechte, oder doppelte Bilder in meinem Archiv aufzuheben. Gerade bei Bilderserien von z.B. Actionaufnahmen sortiere ich hemmungslos aus. Und dieses Aussortieren, dass findet in meinem Workflow immer mehr schon während des Fotografierens statt. Was auf dem Bildschirm der Kamera schon technisch nicht korrekt ist, oder einfach nicht akzeptabel ist, das fliegt raus. Sollte ich allerdings im Zweifel sein wird das Bild bis zum PC mitgeschleppt und dort neu beurteilt.

Eine weitere Frage die ich mir bei der Aufnahme stelle ist, ob die Szene überhaupt eine Aufnahme wert ist. Das 800te Bild eines Haubentauchers mit Fisch im Mund muss schon etwas aufweisen was die anderen 799 Bilder nicht haben. Aber hier bewegt man sich auf einem schmalen Grad. Natürlich fotografiere ich im Zweifelsfall, aber eine gewisse Abwägung findet an der Stelle schon statt.

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7 Responses

  1. Vor allem, seit meine Kompaktdigitale ihren Geist aufgegeben hat und ich nicht mehr überallhin einen Fotoapparat mitnehme, überlege ich öfter, “ob die Szene überhaupt eine Aufnahme wert ist”. Die Frage ist jetzt nur, ob ich nun auch die Fotoordner meiner ‘Lehrjahre’ ausmisten soll oder aus Nostalgiegründen selbst Bilder behalten, die ich inzwischen eigentlich schrottig finde.

  2. Deine Ausführungen kann ich voll und ganz unterschreiben. Ich neige dazu, bei lohnenswerten Motiven viel zu viele Bilder zu machen. So kommt es häufig vor, dass ich beispielsweise vom Delicate Arch im Arches National Park, Utah über 100 Bilder gemacht habe, die allesamt den gleichen Felsbogen in verschiedenen Variationen zeigen. Weiterhin mache ich zur Sicherheit von einem Motiv oft zwei nahezu identische Aufnahmen. Mein Ziel ist es nun, die inhaltich weitgehend identischen Aufnahmen auf mindestens die Hälfte, eher sogar ein Viertel zu reduzieren. Vom Delicate Arch sind so etwa 10 Bilder aus verschiedenen Perspektiven übrig geblieben – damit kann ich leben. Die Auswahl treffe ich teilweise schon unterwegs (beim Fotografieren oder nach dem Überspielen auf mein Netbook) oder zu Hause noch vor der Umbenennung der Dateien, dem Import in Lightroom und der DNG-Umwandlung. Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, Zeit in Bilder zu investieren, die später sowieso gelöscht werden.

  3. Ich habe auch noch Bilder aus vergangenen Tagen, die heute durch die “Qualitätskontrolle” fallen würden. Ab und zu lösche ich auch ein paar der Bilder raus, aber eine gezielte “Aufräumaktion” habe ich noch nicht gestartet. Ich investiere die Zeit dann lieber in neue Bilder ;) .

  4. Hi,

    wenn gehts denn weiter hier? Warte schon ganz ungeduldig? ;-)

    Micha

  5. Sorry, wenn es etwas länger dauert, aber der nächste Artikel zum digitalen Workflow wird Ende nächste Woche kommen. Danach kommt wieder einer zum Thema Schärfere Fotos.

    Gruss, Andy

  6. Im Prinzip ja, aber :)

    Möchte auf ein Phänomen hinweisen. Im Laufe der Zeit ändern sich Präferenzen und Geschmäcker. Und manche Fotos, die vor 5 Jahren vielleicht “grauenhaft” waren, wären heute “der Hit”.

    Wie vieles im Leben eine Frage der Balance: Natürlich nicht alle 100 Bilder von dem Stromverteilerkasten auf der Strassenseite gegenüber aufhaben (warum sind die denn überhaupt geknipst worden). Aber vielleicht auf alle Fälle mal 5 unterschiedliche. Man weiss ja nie. Mir passiert es oft, dass ich ganz schnell mal irgendein “abgefahrenes” Motiv brauche. Und da ist es gut alles mögliche und unmögliche (selbstverständlich gut verschlagwortet – sonst wertlos) im Archiv zu haben.

    Just my5C :)

  7. Hi Henning,

    Du hast vollkommen recht. Es ist natürlich nötig “sinnvoll” auszusortieren. Wobei “sinnvoll”
    vollkommen im Auge des Fotografen liegt. Ein Fineart – Fotograf wird da ganz anders arbeiten als ein reportage – Fotograf.

    Gruss, Andy

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